Feuchtwiesen mit Orchideen

Fuchs-Knabenkraut (Foto: H. Sonnenburg)
Mücken-Händelwurz (Foto: U. Röder)

Im Naturschutzgebiet (NSG) Externsteine gibt es vier feuchte Wiesen mit bemerkenswerten Orchideenbeständen, davon liegen drei unmittelbar an Wanderwegen. Diese Wiesen müssen
einmal im Jahr (Spätsommer/Herbst) gemäht werden, um den Fortbestand der Orchideen zu sichern. Zum Schutz der Orchideenwiesen ist eine Besucherlenkung erforderlich. Diese kann sich aber auf eine einfache Holzabzäunung beschränken.


Die Orchideen


Bereits ab Ende Mai blüht das unscheinbare, da grünlich gefärbte Große Zweiblatt. Am zahlreichsten ist es auf der Wiese südwestlich des großen Staugewässers zu finden, zum Teil unmittelbar hinter der Holz-Absperrung. Durch seine zwei grundständigen großen Blätter ist es leicht zu erkennen.

Ab Anfang/Mitte Juni blüht das Gefleckte Knabenkraut (Unterart: Fuchs-Knabenkraut), die häufigste Orchidee im NSG Externsteine. Es kommt auf allen vier Orchideenwiesen vor und tritt vereinzelt auch an weiteren Standorten auf.

Auf die Wiese südwestlich beschränkt bleibt die Mücken-Händelwurz, die allerdings erst ab Juli blüht. Diese in Lippe nur hier vorkommende, seltene Orchideenart ist hier möglicherweise künstlich angesiedelt worden. Vor 15 Jahren war sie an den Externsteinen noch unbekannt.

Entlang von Waldwegen mit Kalkschotter wächst sehr vereinzelt die Breitblättrige Stendelwurz, die vierte Orchideenart des NSGs.


Die Zittergras-Seggen

Auf der Orchideenwiese links vor den Externsteinen hat sich ein dichter Bestand der Zittergras-Segge etabliert, der sich in die wertvollen Bereiche ausdehnt. Da diese Art fast alle anderen Pflanzen verdrängt, sind in näherer Zeit Maßnahmen zur Bekämpfung erforderlich, um den wertvollen Feuchtwiesencharakter zu bewahren. Diese auch in lichten Wäldern vorkommende Seggenart besaß einst eine große wirtschaftliche Bedeutung, da ihre langen Blätter Füllmaterial für Kissen lieferten und sogar für die Herstellung von Seilen verwendet wurden.


Text: Biologische Station Lippe